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Photo von der Straßenbahn (118700 bytes)

Dieses Bild, das auch mein Photo des Monats August 2006 war, zeigt den Straßenbahnwagen 3764 der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), der am 22.7.2006 die Haltestelle Eupener Straße auf dem Westast der Linie 1 erreicht. An diesem Tag wurde der Abschied dieses Fahrzeugtyps gefeiert, wozu neben 3764 (der schon seit Jahren zum Bestand des Museums in Thielenbruch gehört) auch die bis vor kurzem noch planmäßig eingesetzten Wagen 3205, 3209 und 3230 unterwegs waren. Den ganzen Tag über gab es Sonderfahrten vom Neumarkt aus, im Westen nach Junkersdorf auf der Strecke der Linie 1 (warum auf dem Bild "E8" geschildert ist, weiß ich nicht), im Osten nach Poll auf der Strecke der Linien 7 und 8 (wo es zwischen den Haltestellen Baumschulenweg und Kölner Straße noch eine Wendeschleife gibt).
Als Achtachser bezeichnet man in Köln die achtachsigen Großraumtriebwagen, die von der Düsseldorf Waggonfabrik (DüWag) ab 1963 gebaut wurden (teilweise zunächst als Sechsachser) und jahrzehntelang das Stadtbild prägten. Sie sind die letzten klassischen Straßenbahnen, die nur in eine Richtung fahren können und nur auf der rechten Seite Türen haben. Die verschiedenen Nachfolger sind alle Zweirichtungsfahrzeuge und bieten darüber hinaus entweder an niedrigen (Niederflurwagen) oder an hohen Bahnsteigen einen stufenlosen Einstieg. Während die Achtachser der Baureihen 3100 und 3200 (von denen letztere bis zuletzt im Einsatz war) auch in Doppeltraktion eingesetzt werden können, gehört 3764 zu den "Knüppelwagen" der Baureihen 3700 und 3800, bei denen der Fahrer das Schaltwerk mechanisch über einen langen Fahr- und Bremshebel (den "Knüppel") betätigt.
Das etwas größere Originalbild (148702 bytes) ist in der Railfaneurope.net Picture Gallery gespeichert. Zur Verwendung als Bildschirmhintergrund gibt es dieses Bild auch in den Formaten 640x480 (94146 bytes), 720x480 (100841 bytes), 720x576 (119383 bytes), 768x576 (126307 bytes), 800x600 (142097 bytes), 1024x768 (197646 bytes), 1280x960 (275586 bytes), 1280x1024 (287258 bytes) und 1600x1200 (430425 bytes).

Photo von den Straßenbahnen (102403 bytes) Als sich alle vier Wagen dann abends auf der Nordseite des Neumarkts zum abschließenden Korso zum Betriebshof West versammelten, weinte sogar der Himmel. Aus dem Heck von 3764 blickend sieht man von links nach rechts das Heck von 3209 und die Fronten von 3205 und 3230. Das angezeigte Fahrtziel "Braunsfeld - Melatengürtel" existiert übrigens nicht als Haltestellenname. Braunsfeld ist das Stadtviertel, in dem der Betriebshof West liegt, und der Melatengürtel führt von der Haltestelle Aachener Straße/Gürtel (die letzte Haltestelle vor dem Betriebshof) nach Norden.
 

Photo von den Straßenbahnen (119131 bytes) Zum Glück hörte der Regen bald wieder auf, so daß ich noch ein passables Bild von dem Korso machen konnte. Wagen 3209 und 3205 warten hier am Signal an der Haltestelle Aachener Straße/Gürtel, während sich im Hintergrund 3230 nähert. Auch dieses Bild wurde aus dem Heck von 3764 aus aufgenommen, der bereits nach Norden abbiegt und in Kürze den Betriebshof West erreichen wird. Dort wurden dann alle vier Wagen hintereinander aufgestellt. Auch wegen schlechter Lichtbedingungen habe ich nicht die Möglichkeit wahrgenommen, auszusteigen und Bild der herumwuselnden Photographenhorden mit den Bahnen im Hintergrund zu machen (wobei ich beim Aussteigen sicherlich selber Dutzende Bilder "belebt" hätte).
 

Photo von der Straßenbahn (131478 bytes) Danach trennten sich die Wege der vier Achtachser. 3764 kehrte ins Museum Thielenbruch zurück, wobei er von 3209 begleitet wurde, da sehr viele Leute mitfahren wollten. 3205 fuhr direkt zur Hauptwerkstatt Weidenpesch zur Verschrottung, während 3230 zunächst zum Neumarkt zurückkehrte und dann in den Betriebshof Merheim einrückte. Im Bild sieht man 3209 vor der geöffneten Halle des Museums stehen, in der 3764 bereits ganz links eingeparkt wurde. Das Museum, das von dem Verein Historische Straßenbahn Köln betreut wird und noch viele weitere (teilweise fahrfähige) historische Bahnen beherbergt, ist übrigens an jedem zweiten Sonntag im Monat geöffnet. Da es für Wagen 3209 keinen Platz im Museum gibt, fuhr er später noch zur Hauptwerkstatt. Interessanterweise begegnete uns auf dieser Fahrt (über Stegerwaldsiedlung, Suevenstraße, Neumarkt, Ebertplatz) auf dem Gotenring Wagen 3230, der von der Suevenstraße kommend auf die Rampe in die unterirdische Strecke der Linie 1 einbog. Offenbar hatte er nicht den direkten Weg vom Neumarkt nach Merheim genommen.
 

Photo von der Straßenbahn (103965 bytes) Nachdem auch die treuesten Straßenbahnfans an der Haltestelle Scheibenstraße aussteigen mußten, gab es dann unmittelbar vor der Hauptwerkstatt noch einen Photohalt, bei dem ich den Fahrer vor seiner Bahn photographieren konnte. Ferner wurden Gruppenbilder mit den Fans gemacht, bei denen ich mich ausnahmsweise vor der Kamera befand.
 

Photo von der Straßenbahn (115468 bytes) Danach wurde Wagen 3209 in die Hauptwerkstatt gefahren, wo er bald zerlegt werden wird.
 

Photo von der Inneneinrichtung (116833 bytes) Diese Innenaufnahme von Wagen 3209 entstand früher am Tag während einer der Fahrten nach Poll. Vom Heck aus nach vorne schauend erkennt man die beiden Gelenke, deren Stirnwände innen mit Holz verkleidet sind, und ganz im Hintergrund die Fahrerkabine (hellere Holzverkleidung oben). Die Sitze sind alle in einer Richtung angeordnet, und rechts gibt es nur Einzelsitze, so daß ein breiter Gang mit vielen Stehplätzen freibleibt. Übrigens hatte ich auf dieser Fahrt die Gelegenheit, mich zusammen mit einem Bekannten als "Türsteher" zu betätigen. Auf der Hinfahrt hatte jemand an der Haltestelle Salmstraße die fünfte Tür (ganz am Ende des Wagens, nicht mehr im Bild) von Hand offengehalten, um einigen herbeieilenden Personen noch den Zustieg zu ermöglichen. Daraufhin war der Türmechanismus für den Rest der Fahrt (bis er am Neumarkt repariert wurde) eingeschnappt (oder wohl eher ausgeschnappt) und weigerte sich, die Tür ordnungsgemäß zu öffnen und zu schließen. Also erledigten wir das von Hand und informierten den Fahrer jeweils durch Zuruf, wenn die Tür geschlossen war.
 

Photo vom Fahrerplatz (112074 bytes) Am Neumarkt entstand diese Aufnahme des Fahrerplatzes von Wagen 3764. Links vom Fahrersitz befindet sich der lange Fahr- und Bremshebel, der den "Knüppelwagen" ihren Spitznamen gegeben hat. Neben den verschiedenen Fahrstufen des Antriebs steuert er auch die Widerstandsbremse, die die Fahrmotoren zum Bremsen einsetzt und bei diesen Wagen die wichtigste Bremse ist. Da diese Bremse die Bahn nicht bis zum Stillstand abbremsen kann, ist ferner eine sogenannte Solenoidbremse vorhanden, bei der ein Elektromagnet (Solenoid) eine Scheibenbremse betätigt. Um sie zu aktivieren, wird der Hebel rechts auf dem Armaturenbrett (leider schlecht erkennbar) nach oben gelegt. Nach unten gelegt aktiviert er die Magnetschienenbremse (an den Drehgestellen zwischen den Achsen aufgehängte Bremsklötze ziehen sich magnetisch gegen die Schienen), die als Notbremse dient. Außerdem gibt es noch eine mechanische Feststellbremse (der lange Hebel rechts), da die Solenoidbremse nur für kurze Zeit angelegt werden darf (z.B. während des Aufenthalts an einer Haltestelle), damit sich die Elektromagnete nicht zu sehr erhitzen. Im Hintergrund ist ein oranger Straßenbahnwagen zu erkennen, der die durchgehende Ost-West-Strecke (auf der Südseite des Neumarkts verlaufend, Wagen 3764 steht in der Schleife auf der Nordseite) befährt. Dabei handelt es sich um einen sechsachsigen Arbeitswagen, der aus zwei Rücken an Rücken zusammengefügten Achtachser-Vorderteilen besteht.
 

Photo vom Heckfahrschalter (99654 bytes) Obwohl die Achtachser Einrichtungsfahrzeuge sind, gibt es auf der hinteren Einstiegsplattform einen Heckfahrschalter für die Fälle, in denen man doch mal rückwärts fahren muß. Einen 30 m langen Wagen (oder gar eine 60 m lange Doppeltraktion) vom vorderen Führerstand aus zurückzusetzen wäre vor allem in Bereichen mit Straßenverkehr nicht praktikabel. In diesem Fall wurde der Heckfahrschalter benutzt, um Wagen 3764 nach Durchfahren der Wendeschleife in Thielenbruch rückwärts in die Halle des Museums zu fahren. Die Aufnahme entstand kurz vorher, natürlich ist der Heckfahrschalter normalerweise verschlossen. Der auf dem Bild noch nicht aufgesteckte Fahrhebel hat die Stellungen "Schnell-Bremsen", "Halten", "Lösen" sowie drei Fahrstufen ("Fahren 1", "Fahren 2" und "Fahren 3"). Außerdem gibt es noch einen Knopf für die Notbremse und eine Kontrollleuchte und einen Schalter ("Richt-Anzeiger") für den Blinker.


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1-Jan-2009